Freitag, 31. Oktober 2014

Ein Stuhl, der Revolutionen auslöste


Gestern hatten junge französische Designer ihren rockigen Auftritt auf LEUCHTEND GRAU. Heute gehört die Bühne ganz Abrazo (Umarmung), einem Stuhl aus einem Metallrohr-Klapprahmen und hellem Leder. 

Er ist eine Spielart des Butterfly-Chairs, ein Designerklassiker, der bis heute nichts an seiner Modernität verloren haben. Das Original wurde 1938 von zwei Argentiniern und einem Katalanen (Jorge Ferrari-Hardoy, Juan Kurchan, Antoni Bonet) entworfen, landete bald im Museum of Modern Art in New York, nur kaufen wollte ihn so richtig keiner. Das änderte sich erst Anfang der 60er Jahre und dann löste der Stuhl Revolutionen erst in amerikanischen, dann im europäischen Wohnzimmern aus. Jugendliche protestierten mit dem leichten Stuhl gegen die schweren Möbel und dem Lebensstil ihrer Eltern. 

via © Cuero 
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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Raum in Herbstfarben / Ymer&Malta


Ymer&Malta ist eine Galerie in Paris, die neue Wege geht: Sie bringt junge französische Designer auf der einen Seite und Tischler, Gerber und Schneider auf der anderen zusammen. Dabei kommen Möbel und Objekte aus Vollholz, Leder und Marmor heraus, die ein wenig von der Norm abweichen und von denen jeweils nur acht Stück verkauft werden. 

Steht eine neue Kollektion - wie die aktuelle Feu de Tout Bois - öffnen die Galerie in der rue La Condamine ihre Tür und stellt sie dem Publikum vor. Mir gefielen der Ausstellungsraum, seine Farbigkeit und die Möbel so gut, dass ich sie einfach zeigen musste.  

Was sagst Du dazu?

Dank an Valerie Maltaverne und Rémy Le Fur, Inhaber von Ymer&Malta, für die Fotos.

via © Ymer&Malta
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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Trends 2015 / Top oder Flop?


Es gibt Trends, die mich überraschen. So hätte ich nie gedacht, dass Kork - voll der Hype in den 70er Jahren - jemals wieder angesagt sein werden würde. 

Dezent lasse ich ihn mir gefallen, wie bei diesen formschönen Dosen mit Korkdeckeln. Aber wieder ganze Böden und Wände  mit diesem unruhigen Material zu bekleben, ist für mich ein no go. 

Ähnlich geht es mir dem Trend zur Blockhütte und zu Kupferorange, das gerade zur "Farbe des Jahres 2015" ausgewählt wurde. 

Was denkst Du über diese Hypes? 

Lampe "GM 15" von Menu (in meinem Shop)
Dosen "Storage Stone Jars" von Menu (in meinem Shop)

via © Menu
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Montag, 27. Oktober 2014

Keramik von Fou de Feu

Eckige Keramik Marmorplatte, auf der eine Tasse steht
Eckige Keramik: auf einer Marmorplatte stehen Tassen

Ich weiß nicht, ob die belgische Designerin Veerle Van Overloop die Balance im Leben gefunden hat - ihre Keramik jedenfalls wirkt ausgeglichen und harmonisch. 

Ihre neue Kollektion "Rhythm" ist von Regentropfen inspiriert, die auf Wasser fallen. Kein Gegenstand ist durchgehend rund, jeder besitzt eine eckige Kante. Teller, Tassen und Löffel sind aus Porzellan, die Bretter und Untersetzer aus Marmor.

Da Van Overloop mit Leidenschaft Designerin ist und ihre Objekte im eigenem Keramikofen brennt, hat sie ihr 2009 gegründetes Label Fou de Feu (verrückt nach Feuer) getauft. 

via  © Fou de Feu
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Samstag, 25. Oktober 2014

Eine runde Sache

Wanduhren und Schlüsselanhänger sind eigentlich langweilig - es sei denn, sie überzeugen durch ihr Design.


"Du bist zeitlos", sagte einmal eine Freundin im Scherz zu mir. Jahrelang hatte ich keine Uhr, weder am Handgelenk oder neben dem Bett noch an der Küchenwand. 

Erst seit einigen Monaten trage ich eine Armbanduhr. Aus Roségold. Ich hätte keine gebraucht, aber ich finde das Teil "gigantomanisch". Dieses Wort ist mir vor ein paar Tagen untergekommen und bin gespannt, ob es jemals im Duden stehen wird. 

Gigantomanisch sind auch diese Wanduhr mit goldenen Zeigern und der Schlüsselhalter aus runden Holzkugeln (Foto).

Ach ja, wie viele Uhren besitzt Du?

via © Bolia
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Montag, 20. Oktober 2014

Dänisches Strandhaus



Vielleicht habe ich ein Mal zu oft am Sonntagabend "Tatort" gesehen. Jedenfalls denke ich, als ich dieses Strandhaus entdecke: "Glatter Durchschuss". Denn von der Terrasse aus kann man durch die gesamte Küche hindurch auf das Meer sehen. 


Das Haus liegt auf der dänischen Insel Langeland und wurde von Artikema Architects entworfen. 

Es sollte sich harmonisch in die Landschaft aus Dünen und Steinen einfügen und so wählten die Architekten Beton und Holz als Materialien. Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichen geben den Blick auf das Meer und in die Dünen frei und lassen viel Licht hinein. Innen ist es minimalistisch  eingerichtet. 


Und auch wenn ich sonst keine große Freundin von holzverkleideten Decken bin, so lasse ich sie mir in diesem Fall gefallen. 

Wie stehst Du zu Holz? Top oder Flop?

via © Artikema Architects, Jesper Ray (Fotos) 
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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Lichtdurchflutet / Designhotel mitten in den Weinbergen



Gestern habe ich ein helles Haus in der Provence gezeigt, heute reise ich mit dem Finger auf der Landkarte ins "französisches Eck", nach Franschoek, einem kleinen Ort in Südafrikas. Mitten in den Weinbergen liegt dort das Hotel Maison Estate.

Man könnte fast meinen, der Besitzer des Hotels, Chris Weylandt, und die französische Innenarchitektin Jacqueline Morabito, dessen Haus ich gestern vorgestellt habe, würden sich kennen. Mehr noch, als hätten sie sich mehrfach stundenlang über die Farbe Weiß ausgetauscht.

Beide haben unverkennbar ein Faible für diese Farbe und kombinieren sie mit erdigen Beige- und Brauntönen.
Bei Weyandt fällt alles ein bisschen rustikaler aus, nichts desto trotz bleibt auch er minimalistisch. 

Schmunzeln musste ich, als ich seine Biographie las: Er ist in Namibia gehören und von Beruf Buchhalter. Nicht die schlechteste Voraussetzung, um erst einen eigenen Möbel-Shop zu gründen und dann ein Hotel, samt Restaurant und Winzerei. 

Danke, Romain Ricard für die Fotos!

via © Romain Ricard
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Montag, 13. Oktober 2014

Das helle Haus einer französischen Stylistin



Man könnte sie auch Madame Blanche nennen - die französische Innenarchitektin und Stylistin Jaqueline Morabito kleidet sich nicht nur gerne weiß, sondern auch ihr Haus in der Provence est tout en blanche - und zwar vom Boden bis Decke.  

Ich mag die Stimmung, die Klarheit und die Helligkeit in diesem Haus. Mehr hier

Morabito richtet nicht nur Räume ein, sondern gestaltet auch Gärten, entwirft Möbel und Schmuck. 

Vielen Dank, Jaqueline Morabito, für das Foto.

via © Jacqueline Morabito, Martin Morrell (Foto)
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Dienstag, 7. Oktober 2014

Leichtigkeit auf drei Beinen

Zwei Tische stehen nebeneinander, davor Schalen
Tische mit drei Beinen stehen vor einer weißem Vorhang
Mehrere Tische mit drei Beinen stehen nebeneinander vor einem Fenster.

Ich war 12, vielleicht 13 Jahre, alt, als ich die Kindermöbel aus meinem Zimmer räumte und kaum wieder etwas hineinstellte. Schon damals hatte ich einen Hang zur Leichtigkeit.   

Leicht kommen auch sie daher - die Tische aus Eichenholz und mit nur drei Metallbeinen. Sie tragen die Handschrift von GamFratesi2006 in Kopenhagen von der Dänin Stine Gam und dem Italiener Enrico Fratesi gegründet, trifft skandinavischer Purismus auf italienisches Temperament. Ich bin gespannt, was wir in den nächsten Jahren noch von ihnen zu sehen bekommen werden.

via ©  Hem 
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Montag, 6. Oktober 2014

Überraschend / Lampen von Nendo


Der Himmel über Hamburg. 
Grau verhangen. 
Aber das ist nicht weiter tragisch, denn ich mag die Farbe. 

Genauso wie die ruhige Stimmung der heutigen Fotos - vor grau-weiß gekalkten Wänden verströmen ungewöhnliche Lampen aus Glas warmes Licht.

Gestaltet wurde die Leuchten von den jungen Designern von Nendo, was im Japanischen Knete oder Tonerde bedeutet. Der Name ist dann auch Programm: "Wir möchten flexibel und fließend sein. Unsere Entwürfe sollen kleine Überraschungen bereiten und den Menschen einen "!"-Moment schenken", sagt der Japaner Oki Sato, Gründer von Nendo mit Büros in Tokio und Mailand. 

Die Überraschung ist ihnen mit diesen Lampen gelungen ... wie auch schon beim Geschirr, dass sie für das schwedische Fashion-Label Cos entwickelt haben hier und bei dem Regal und Sofa für BoConcept hier.   

Falls Du Dich für die grau-weißen Wände interessierst, dann findest Du hier mehr Infos über Kalkfarben und wie man sie aufträgt. 

Und was denkst Du über die Nendo-Lampen? 

via © Nendo 
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Freitag, 3. Oktober 2014

Vincent will Meer / Badetag mit dem Architekten Vincent van Duysen




Vincent will Meer - Badetag mit dem Architekten Vincent van Duysen


Der Belgier Vincent van Duysen sagt von sich selbst, er sei brutal. Dabei ist er weder Boxer noch Türsteher, sondern Architekt mit zwei Dackeln. 

Er sei brutal, erklärt der 52-Jährige, weil er beim Einrichten von Räumen, Wohnungen und Häusern die Dinge auf das Wesentliche reduziere. Gleichzeitig wolle er aber eine warme und sinnliche Atmosphäre schaffen. 

Geht das? Minimalismus und Wärme schließen sich oft aus. Nicht so bei van Duysen, der dieses Bad gestaltet hat und seinem eigenen Anspruch gerecht wird. Doch konventionelle Erwartungen ans Bad  erfüllt weniger. Oder positiv ausgedrückt, er entwirft einen neuen Raum: Warmer Holzfussboden, Gardinen, die von der Decke bis zum Boden reichen, einen blaugrauen Teppich neben der Wanne, nicht nur ein Badematte, deckenhohe Schränke, ein kleines Gemälde zwischen den Waschbecken ... dieses Bad ist keine sanitäre Anlage mehr, sondern ein kleines Refugium mit Waschbecken und Wanne.

Vielleicht wird der Ansatz, den van Duysen verfolgt, noch deutlicher, wenn man durch sein Haus in Antwerpen geht. Es ist - wie ich finde - eines der spannendsten Projekte der letzten Monate.

Aber noch mal zurück zum heutigen Bad und zu der Wohnung, zu der es gehört: "The Apartment" am Graanmarkt 13 in Antwerpen gelegen, ist eine Bed & Breakfast-Unterkunft mit vier Schlafzimmern, zwei Bädern, einer Küche und einem Wohn- und Esszimmer, alle Räume wurden von van Duysen gestaltet. Eine Nacht kostet sage und schreibe 1300 Euro. Rucksacktouristen werden sich vielleicht dorthin verirren, aber sicher nicht bleiben ... 

Und zum Schluss noch eine Frage: Findest Du, dass es van Duysen gelungen ist, ein warmes, sinnliches Bad zu schaffen?

Weiterlesen: So wohnt der belgische Architekt Vincent van Duysen

via © The ApartmentFrederik Vercruysse (Fotos)
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Mittwoch, 1. Oktober 2014

Marmor / Stylist Peter Fehrentz bringt ihn ins Schlafzimmer


Mustertapeten? Eigentlich ein No Go für mich. Bis ich dieses Schlafzimmer sah ... 

Gestaltet wurde es von Peter Fehrentz - Stylist, Designer, Fotograf und Buchautor in einem. Fehrentz lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin und spielt in der oberen Interior-Liga. Seine Arbeiten werden in Magazinen wie Elle Decor und Elle Decoration veröffentlicht. 

Für dieses Schlafzimmer hat er hinter dem Bett eine Trennwand aufgestellt, die er mit einer Marmor-Tapete beklebt hat. Das Muster wird von zwei Kissen auf dem ansonsten weißen Bett wieder aufgegriffen. Und ich bin überrascht, wie ruhig der Raum trotz der eigentlich wilden Marmor-Tapete wirkt. 

Marmor erlebt ja gerade ein Revival (mehr hier). Doch das nur am Rande und zurück zum Schlafzimmer und zu überraschende Details - wie den weißen Vasen, die oben rechts auf der Trennwand stehen oder den rosafarbenen Haken, an denen eine Glühbirne befestigt ist. 

Was hältst Du von Mustertapeten?

Buch von Peter Fehrentz "Made by you - Individuelle Möbel und stylische Designobjekte. Ideen, Materialien, Anleitungen" (in meinem Shop)
Marmor-Tapete, Kissen in Marmor-Optik von Ferm Living (Kissen im Shop)
Haken von Muuto (im Shop
Glühbirne mit Kabel von House Doctor 
Weiße Lampe von Louis Pulsen (im Shop)

Peter, danke für das Foto!

via © Peter Fehrentz 
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