Montag, 1. Januar 2018

Die Lichtgestalterin Lucie Koldova



Zum siebten Mal präsentieren auf der diesjährigen Kölner Möbelmesse imm internationale Designer mit „Das Haus – Interiors on stage“ die Zukunft des Wohnens. Wer in der Halle 2.2 der Messe seine Vision davon umsetzen darf, hat es geschafft. Nach Stefan Dietz, Luca Nichetto und Sebastian Herkner fiel die Wahl in 2018 auf die tschechische Designerin Lucie Koldovo, die mit poetischen Glasleuchten bekannt wurde.

Das dürfte spannend werden. Denn im Vorfeld betont die 34-Jährige:
"In meinem Haus spielt das Licht die Hauptrolle, und
die Möbel komplettieren die Einrichtung – nicht umgekehrt."


Bis wir das Ergebnis sehen können (15. - 21.1.2018), bewundern wir schon mal die Lampe Lightline aus Opalglas, die Lucie Koldova für Brokis gestaltet hat. 

Weiterer Artikel über Lucie Koldova: Poesie aus Glas

via © Lucie Koldova

Donnerstag, 13. April 2017

Weiß ist keine Farbe, sondern Liebe

Weiße Wand kombiniert mit warmen indirekten Licht
Küche mit schlich-weißer Zeile und einem Boden und Arbeitsplatte aus hellem Stein.


Weiße Wände sind gerade nicht besonders hipp. Variationen von Weiß zum Interior-Gemälde zu komponieren, dagegen schon:  

1. Die belgischen Dehulla Architects machen aus einer schlichten weißen Wand ein kleines Kunstwerk. Kleine Löcher geben ihr Struktur. Seitlich und im unteren Drittel der Wand angebrachte Lichtleisten werfen warmes Licht auf die Fläche. So entstehen auf ihr verschiedene Weißtöne.  

2. Anders geht der niederländische Architekt Jen Alkema an die Sache heran. Er lässt Licht von der Decke einfallen und setzt auf Linien und Rahmen, die den gesamten Raum und die einzelne Wand lebendig machen.

3. Starke Konstrast? Nein danke! Die weiße Wand einer Küche peppt  Philipp Mainzer, Architekt und Geschäftsführer des Möbellabels e15, mit hellem Stein auf. Eine Ton-Ton-Kombination, die sich sehen lassen kann. Auch die Arbeitsplatte ist auch Stein und trotz des Materials superdünn. Bis vor einigen Jahren waren Platten noch um die 4 Zentimeter stark. Inzwischen gilt: Um so dünner, um so stylischer. Manche messen nur noch 10 Millimeter.

Mehr lesen? Poesie in Weiß - Schöne Wohnaccessoires
Traumküche vom Architekten Felipe Hess

via 1 © Dehulla Architects, Tim an de Velpe (Foto) 2 © Jen Alkema 3 © Philipp Mainzer, Ingmar Klurth (Foto)

Donnerstag, 30. März 2017

Modern Design? Desk Sculptures collection by Kristina Dam

Wie sieht modernes Design aus? Haben die Dänen die Antwort gefunden?
an einer Wand lehnen keine Steinplatten, davor liegen Holzkreisel
Leuchtend Grau: Ein schlichter Kerzenständer aus hellem Stein steht auf einem Tisch.

Jedes Jahrzehnt hat seine Trends und Formen. Und welches Produkt-Design ist bitte derzeit modern? 


Ein Blick nach Dänemark, dem Land, das in der Vergangenheit etliche Design-Trends hervorgebracht hat, gibt Aufschluss. In Kopenhagen hat die junge Designerin Kristina Dam 2012 ihr Studio eröffnet. Ihre Objekte sind beispielhaft für die gegenwärtige Formensprache.   

Ihre Skulpturen und Wohnaccessoires sind schlicht und orientieren sich an der geometrischen Formen: Kugeln, Drehkegel, Quader, Quadrate und Rechtecke. Überflüssige Details? Weg damit. Auf zwei Dinge verzichtet die Absolventin der Royal Danish School of Fine Arts, Architektur und Design nicht: Hochwertige Materialien (Marmor, Eichenholz, Stein und traditionelles Handwerk. 

Weiterlesen: Stillleben mit hypermodernen Wohnaccessoires

via © Kristina Dam Studio
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Sonntag, 19. März 2017

Lichtspiele: Lampen von Studio Formafantasma


Sie sehen aus wie zarte Schmuck-Anhänger, nur hängen sie nicht an einer Halskette, sondern an der Decke - die Lampen vom Studio Formafantasma.


Hinter dem Namen verbirgt sich das Design-Duo Andrea Trimarchi und Simone Farresin. Zwei Männer, beide Mitte 30, die es von Italien zum Arbeiten nach Amsterdam verschlagen hat. Letztes Jahr reisten sie mal wieder in die Heimat, eingeladen von der römischen Designgalerie Giustini / Stagetti Galleria O. Roma. Seit 2012 bittet die Galerie internationale Designer, Rom als Inspirationsquelle für neue Möbelstücke zu nutzen. Die Entwürfe werden später unter der Sammlung und dem Namen Delta in der Galerie ausgestellt. 

Trimarchi und Farresin ließen sich durch die Ewige Stadt treiben, liefen durch Straßen, Parks und entlang am Ufer des Flusses Tiber, mischten sich unter Touristen und besuchten Ausgrabungsstätten, Museen und andere Hotspots der Stadt. 

Am Ende entstanden neben den filigranen Lampen aus vergoldetem Messing und Gitarrenseiten, hellem Kalkstein und LEDs eine anmutige Kollektion aus Möbeln, Vasen, Schalen, einem Spiegel und Kerzenhalter. 

Weiterlesen? Go for Gold - glänzende Wohnaccessoires

images © Studio 
Formafantasma, Giuseppe Brancato (Fotograf)  

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Samstag, 9. Juli 2016

So wohnt der Architekt Joseph Dirand

Die Küche mit Parket, hellgrau gestrichen Wänden, bronzefarbener Küchenzeile und einer Arbeitsplatte aus Marmor
Bedroom with grey walls and lamps in brass
Bedroom in grey walls and lamps in brass
Bedroom with grey walls, wooden floor and big windows

Auf einem meiner Streifzüge durch das Internet bin ich auf den französischen Architekten Joseph Dirand gestoßen. Er hatte sofort meine ungeteilte Aufmerksamkeit.


Also schreibe ich ihn an und frage, ob ich seine Wohnung auf Leuchtend Grau verstellen dürfe. Der 40-Jährige, der gerne Jeans und Turnschuhe trägt, wurde 2013 von Maison & Objet, eine der bedeutendsten Messen für Innenarchitektur, zum besten Interior-Designer des Jahres gewählt. Er zählt inzwischen zu einem der wichtigsten Architekten  und Interiordesigner der Gegenwart. Dennoch hat Dirand innerhalb von zwei Tagen geantwortet: "Yes, you can."

Schon als Kind wollte der Franzose Architekt werden und er wurde es. Nach dem Architekturstudium an der Belleville Architectural School gründete er 1999 sein Studio in Paris. Heute - acht Jahre später – arbeiten zehn Architekten für und mit ihm.

Seine elegante und mit sinnlichen Materialien ausgestattete Wohnung liegt im Siebten Pariser Arrondissement. "Ich habe sie durch Zufall entdeckt und mich sofort verliebt. Ich wohnte damals in einer Art Loft und stand plötzlich in einer klassischen Pariser Wohnung aus der Haussmann-Ära", erzählt Dirand. Was er daraus gemacht hat, lässt sich mit berauschenden Minimalismus beschreiben.

Trotz vieler Projekte, fand Dirand die Zeit, das Apartment zu renovieren, in der er jetzt mit seiner Freundin und ihren beiden Töchtern aus früheren Ehen lebt. Ein Zuhause, das dem Rhythmus seines Lebens (mehr dazu hier) entspricht und widerspiegelt – wie das großzügige Wohn- und Esszimmer als Treffpunkt für die vierköpfige Familie, und mehrere Schlafzimmer zum Zurückziehen.

Auf den ersten Blick wirkt das Apartment, als seien alte Elemente restauriert worden. Doch das Versailles Parkett, die aufwendigen Leisten, bronzefarbene Türklinken und Marmorelemente stammen nicht aus dem 19. Jahrhundert, sondern sind komplett neu. Dirand engagierte dafür die besten Handwerker Frankreichs.


Ob in seiner Wohnung oder in seinem Studio - Dirand möchte den Himmel sehen können. Licht sei ihm wichtiger als die Einrichtung, erklärt der Franzose, der lieber über Flohmärkte geht als einen Vitra-Shop besucht. 

via © Joseph Dirand Architecture, Adrien Dirand (Fotos)
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