Mittwoch, 25. Februar 2015

Let´s dance / Die Küche einer Designerin

Lecker in Weiß - eine Designerin will in ihrer Küche nicht nur kochen, sondern tanzen und leben. Wie ihr das gelingt, erzähle ich auf meinem Blog
Lecker in Weiß - eine Designerin will in ihrer Küche nicht nur kochen, sondern tanzen und leben. Wie ihr das gelingt, erzähle ich auf meinem Blog
Lecker in Weiß - eine Designerin will in ihrer Küche nicht nur kochen, sondern tanzen und leben. Wie ihr das gelingt, erzähle ich auf meinem Blog

Es ist immer das Gleiche: Aus den Lautsprechern im Wohnzimmer wummert "Happy" von Pharrell Williams, "Disco" von Jan Delay oder "Around the World" von Daft Punk. Doch die Leute stehen dicht gedrängt mit einer Flasche Bier in der Hand in der Küche. 

Keine Party ohne dieses Phänomen. 

In DIESER Küche allerdings könnte auch getanzt werden, denn der Raum ist fast 30 qm groß. Man müsste dafür noch nicht einmal den großen Holztisch, der in der Mitte des Raumes steht, zur Seite schieben. 

Die Wohnung gehört einer britischen Modeschöpferin und liegt in der ersten Etage eines georgianischen Hauses im Londoner Stadtteil Westminster, also ziemlich zentral. Die Britin ließ die Räume vor anderthalb Jahr sanieren und dabei entstand ein lichtdurchflutetes Apartment mit überraschenden Details: Ich fange mal mit der großen Flügeltür zwischen der Küche und dem Flur an. Sie ist wie alle Türen in der Wohnung schlicht statt verschnörkelt und mit schwarzen statt goldener Griffe versehen. Das lässt den Raum modern wirken. 

Über dem weißen Küchenzeile, die mit einer Marmor-Arbeitsplatte aufgepeppt ist, hängen keine Schränke oder Regale, sondern einfach nur drei weiße Lampen (ähnliche Lampen: Caravaggio Wall von Cecile Manz). Stylish. Die Schränke links reichen nicht bis unter die Decke und können so mit Vasen, Tellern und Kerzenständern dekoriert werden. 

Gelungenen finde ich auch das Zusammenspiel der Materialien, Wärme trifft auf Kühle, Raues auf Glattes, Linien auf Zickzack. Das helle Fischgräten-Parkett aus Eiche und der rustikale Holztisch, die Stühle und  Hocker machen den Raum gemütlich. Dazu passen die gradlinigen weißen Möbeln und der Marmor. 

Ach ja, wann hast Du das letzte Mal auf einer Party getanzt? Bei mir ist es das jetzt fast zwei Jahre her, als ich mit 40 Freunden meinen Geburtstag gefeiert habe. 

via © DRDH Architects

Freitag, 20. Februar 2015

Inga Sempé und die Liebe zum Design

hren Vater, einen berühmten Illustratoren, kennt jeder. Was macht Inga Sempé, um aus seinen Schatten herauszutreten? Sie entwirft Lampen. Und runde Mini-Regale fürs Bad.
hren Vater, einen berühmten Illustratoren, kennt jeder. Was macht Inga Sempé, um aus seinen Schatten herauszutreten? Sie entwirft Lampen. Und runde Mini-Regale fürs Bad.


Was macht man, wenn man die Tochter berühmter Eltern ist? 
Man entwirft einen Stuhl (Escabeau), der auch als Leiter benutzt werden kann, und startet eine Karriere, die nichts mit der des Vaters oder der der Mutter zu tun hat. So jedenfalls hat es die französische Designerin Inga Sempé gemacht. 

Ingas Vater ist der Kinderbuch-Illustrator Jean Jaques Sempé, der mit feinen Strichen die Figur des "Kleinen Nick" von René Goscinny zum Leben erweckt hat. Genau, jener Goscinny, der auch die Geschichten von Asterix und Obelix schrieb. Auch die Mutter Mette Ivers ist Zeichnerin. Von ihr stammen die Illustrationen zu "Ronja, die Räubertochter" von Astrid Lindgren. 

Inga aber studiert Industrie-Design und eröffnet einige Jahre später in Paris ein Studio. Sie arbeitet für Labels wie Lignet Roset und Cappellini, entwirft Lampen, die ihr den Namen "Madame Lampion" einbringen und Sofas, mit denen sie Preise gewinnt. 

Sie hat dann auch die Idee, runde Regale aus heller Buche zu gestalten, die in die Wand geschraubt werden können, ohne vorher die Bohrmaschine in die Hand nehmen zu müssen. Ich bin diesen Minis verfallen: Mein Bad ist so klein wie ein Schuhkarton (typisch Altbau), immerhin habe ich ein Fenster und eine Badewanne, doch gibt es zu wenig Platz, um Flakons und Lippenstifte abzustellen. Und da kommen Ingas Regale ins Spiel - denn die kann ich direkt neben meinem Waschbecken und Siegel anbringen ...

Regale Bénitier, Spiegel Belvédère von Inga Sempé 

via © Inga Sempé
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Mittwoch, 18. Februar 2015

Ein Raum - zwei Varianten

Wohnzimmer Dekoration Poster Vase Zweig Decke Interiorblog


Ein Raum, zwei Varianten - und da ich mich entscheiden kann, welche ich gelungener finde (Du etwa?), zeige ich einfach beide. 

Und ich lese gerade das Buch Der Distelfink von Donna Tarrt. Bis Seite 84 finde ich den Roman über einen Jungen, der bei einem Anschlag in New York seine Mutter verliert, langweilig und langatmig. "Halte durch", rät mir eine Freundin, die das Buch bereits durchgelesen hat. Und tatsächlich, auf 85 Seite zieht die Story plötzlich an, die Sprache wird lebendiger und authentischer. Inzwischen muss ich mich dazu zwingen, den Roman wieder aus der Hand zu legen. 

Und ich sehe und höre mir gerade auf Youtube TV Noir - Wohnzimmer der Songs/Songwriter an. Die Musik-Sendung läuft eigentlich auf ZDFKultur, allerdings morgens um 5.15 Uhr, manchmal auch erst um 7.15 Uhr. Doch das sind nicht meine Zeiten und deshalb schaue ich mir im Laufe des Tages die Mitschnitte an oder lasse die TV-Noir-Playlists laufen, während ich koche oder aufräume. 

Und dabei entdecke ich - um nur zwei Beispiele zu nennen - einen jungen Kerl namens Jesper Munk, gerade mal 22 Jahre alt, der singt, als habe er schon seit 40 Jahren den Blues und den Soul im Blut. Und Melodisches von We invented to Paris,  einer Indie-Pop-Band aus der Schweiz, die von sich selber sagt, sie produziere "melancholische Lebensfreude" ... 

Board von Sarah Sherman Samuel
Prints von der Photografin Emily Johnston
Grauer Schal (Foto 1) von Hackwith Design
Decke (Foto 2) von The Citizenry

via © Apartment 34 (Idee und Styling), Aubrie Pick (Fotos)
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Montag, 16. Februar 2015

Erleuchtung und Dieter Rams-Ausstellung

Sehr sportlich: Die Lampe "Bollard" von Shane Schneck
Sehr sportlich: Die Lampe "Bollard" von Shane Schneck
Sehr sportlich: Die Lampe "Bollard" von Shane Schneck


Ein amerikanischer Designer mit dem Namen Shane Schneck (kein Witz) und einem Studio in Stockholm hat eine fast schon sportliche Lampe gestaltet: "Bollard" (Poller) - wie Schneck sie nennt - kann kerzengrade von der Decke herabhängen hängen, als Spot Bilder an der Wand anstrahlen, aufrecht stehen oder auf der Seite liegen. 

Mir gefällt nicht nur die vielfältige Lampe, sondern auch die Idee, ein Poster nicht mit Testfilm oder unter Glas an der Wand zu befestigen, sondern es in einer Holz-Klemmschiene aufzuhängen (Foto 1). Solche Schienen gibt es z.B. hier.

Und vor einigen Tagen habe ich einen Artikel über Dieter Rams, dem ehemaligen Chefdesigner von der Marke Braun, geschrieben. Derzeit werden Geräte, Verpackungen und Booklets von Braun aus den 60er Jahren im Moda Showroom in Paris gezeigt. Und nicht nur das: 34 Grafikerbüros wurden gebeten, Poster für Ausstellung "Systems" zu entwerfen. Und auch diese interessanten Entwürfe sind im Moda Showroom zu sehen. 

Grau-weißes Poster von hier 


via © Menu
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Mittwoch, 11. Februar 2015

Wochenendhaus aus Stahl und Glas


Städter fahren gerne einen Geländewagen. Die Zeitschrift Landlust, gestartet in Oktober 2005, entwickelt sich zum Hype, während andere Magazine floppen. Das Idylle-Heft verkauft sich inzwischen fast fünfmal so gut wie SCHÖNER WOHNEN. Gelesen wird es bei Weitem nicht nur von Frauen, die auf dem Land leben.

Da gibt es anscheinend eine ungestillte Sehnsucht nach einem authentischen Leben mit und in der Natur, jenseits von Autobahnen, Großstadtlichtern und Bürostress. Diese Sehnsucht hat auch Vipp wahrgenommen, ein dänisches Design-Label, das mit legendären Klappmülleimern bekannt wurde. Und es hat darauf reagiert: Seit einigen Monaten hat das Unternehmen ein neues Produkt im Programm - das Fertighaus Shelter.

Shelter ist ein 55 qm2 großes Konstrukt aus schwarzem Stahl und viel Glas. Eine spektakuläre 2,6 Meter hohe und 11 Meter lange Panoramascheibe öffnet den Blick - bestenfalls - in die Natur. Das Haus hat vier Schlafplätze, eine große Küche und ein Duschbad.
Vipp wurde dafür mit dem Wallpaper Design Award 2015 für die beste Marken-Erweiterung ausgezeichnet.

Klingt gut. Aber ist es das auch? Wer das Haus kaufen will, braucht ein Grundstück im Wald, am See oder Meer. Erst dann fährt Vipp mit einem Sattelschlepper, der mit einem Kran ausstattet vor und baut das Wochenendhaus in maximal fünf Tagen auf. Das Unternehmen bezieht sogar die Betten, hängt Lampen auf, stellt Teekanne und Tassen in den Küchenschrank und legt Handtücher ins Bad. Nur dass der Spaß 485.000 Euro kostet. Die Natur wird danach jedenfalls mehr sein, was sie mal war.

Mehr Fotos und Informationen zu Shelter gibt es hier
Weitere Posts über Fertighäuser findest Du auf meinem Blog hier und hier

via © Vipp
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Montag, 9. Februar 2015

Harte Schale, weicher Kern

Über die viel zu kurze Begegnung mit einem Sessel


Ich hatte ihn schon oft auf Fotos gesehen, aber er interessiert mich einfach nicht. Doch dann begegne ich ihm vor ein paar Tagen eher zufällig und unerwartet in meinem Viertel. Fast hätte ich ihn nicht wiedererkannt. Denn in natura sieht er besser aus als auf den Bildern. 

Harte Schale, weicher Kern - was gerne über Männer gesagt wird, trifft auf den Sessel Husk tatsächlich zu. Entworfen wurde er allerdings von einer Frau, der spanischen Designerin Patricia Urquiola.  Sie ging 1989 als 22jährige zum Studieren (Architektur und Industrie-Design) nach Mailand und blieb. Ihr helles Studio liegt heute in einer ehemaligen Lagerhalle.

Husk dagegen steht in der Ecke einer dieser neuen Mode-Boutiquen, die gerade in meinem Viertel wie Pilze aus dem Boden sprießen. Ich muss erstmal um ihn herumgehen, mit den Händen über den Stoff streichen und mich in die weichen Polster fallen lassen. Am liebsten  würde ich sitzen bleiben und mit dem Lesen von Der Distelfink von Donna Tartt beginnen, den ich mir gerade gekauft habe und der letztes Jahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Doch es ist kurz vor 19 Uhr und die Ladenbesitzerin will schließen. Schade, die Begegnung mit Husk war eigentlich zu kurz ... 

Sessel Husk von B&B Italia

via © B&B Italia
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Freitag, 6. Februar 2015

Vom Frühling, von Dieter Rams und Apple

Blogpost von LEUCHTEND GRAU über einen Tisch, die Farbe Pastell, die Kultmarke Braun und ihren Chefdesigner Dieter Rams


Zu kalt, zu matschig, zu trübe - wenn es nach mir ginge, könnte man den Winter getrost aus dem Kalender streichen. Oder ihn wenigstens ein Jahr lang überspringen und nach einem milden Herbst gleich beim Frühling weitermachen. 

Was im realen Leben nicht geht, macht der Blog möglich: Und deshalb gibt es hier heute hochdosiertes Pastell und zartes Frühlingsgrün ... 

... und eine kleine Geschichte über die Kultmarke Braun. Ob Rasierer, Stereoanlage oder Mixer - die frühen Produkte des Elektronik-Herstellers und seines Chefdesigners Dieter Rams sind Ikonen des Designs. Zu Recht wie ich finde. Für mich ist Rams der King of Industry-Design. Der heute 82jährige hat Alltagsgeräte gestaltet, die nicht nur praktisch sind, sondern auch ästhetisch. 



Nicht ohne Grund hat Apple abgekupfert. Man vergleiche nur mal den i-Pod mit Brauns Pocket Radio T3, den iMac mit dem Braun-Lautsprecher LE1 und den MacPro mit dem Radio T1000. (Zu sehen sind die Geräte auf meinem Pinterest-Board Dieter Rams). 


Doch jetzt steht die einstige deutsche Marke Braun vor dem Aus. Schon seit 1967 ist Braun ein US-Betrieb. Und ich finde das - ehrlich gesagt - schade. Auch wenn diese Nachricht angesichts der weltweiten Katastrophenmeldungen nur Peanuts ist. Der derzeitige Eigentümer, der US-Konzern Procter & Gamble, setzte Braun auf die Liste von gut einhundert Marken, von denen es sich trennen wolle. Das sickerte zu Wochenbeginn aus Konzernkreisen durch.

Tische, Lampe, Vasen, Kissen von Bloomingville

via © Bloomingville
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Mittwoch, 4. Februar 2015

Fashion meets Design / Stillleben mit Sonnenbrillen

Moderne Wohnaccessiores sollen Sonnenbrillen aufwerten
Moderne Wohnaccessiores sollen die Sonnenbrille aufwerten

Im Englischen heißt es: Boys don`t make passes at girls who wear glasses. 
Das war einmal. 
Heute werden Sonnenbrillen selbst im Winter und an wolkenverhangenen Tagen getragen. Von den Mädchen als auch von den Jungs. Das ist auch Linda Farrow nicht entgangen, einem Luxus-Brillenlabel, das für seine Neuauflagen von Vintage-Modellen bekannt ist. 
Das Label will Trends setzen und schlägt einen neuen Weg ein: Statt wie bisher seine Brillen von unglaublich attraktiven Menschen präsentieren zu lassen, inszenierte es derzeit Interior-Stillleben mit hypermodernen Wohnaccessoires - wie bronzefarbenen Spiegeln, Kupferrohren und Kerzenständern aus Marmor. Das Neueste vom Neuen aus der Designwelt. Und mittendrin, wie zufällig hingelegt, die Brillen. Die Modernität der Wohnaccessoires soll auf die Linda-Farrow-Modelle abfärben. 

Fotografiert wurden die Stillleben von keinem Geringeren als dem belgischen Interior-Fotografen Frederik Vercuysse, der sich einen Namen mit Arbeiten für Architectural Digest, Elle Decoration und dem Wallpaper Magazine gemacht hat.
via © Linda Farrow, Frederik Vercuysse (Fotos)
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